Mehr als 865.000 Kundinnen und Kunden, über 50 Mitarbeiter in der eigenen Manufaktur, 4,9 von 5 Sternen bei Trusted Shops sowie Platz 1 unter den Etsy-Shops in Deutschland und eine Position unter den weltweiten Top 10: Wunderwunsch hat sich innerhalb weniger Jahre von einer kleinen Geschäftsidee zu einem etablierten Anbieter personalisierter Baby- und Kinderprodukte entwickelt.
Gegründet wurde das Unternehmen von Celina Rewel und Toni Lösche. Dabei waren die Ausgangsbedingungen alles andere als spektakulär: Die ersten Produkte entstanden während der Corona-Zeit mit einem rund 300 Euro teuren Laser im Ankleidezimmer der gemeinsamen Wohnung. Im Interview sprechen die beiden Gründer darüber, wie aus diesem Anfang ein Unternehmen mit eigener Manufaktur wurde, warum unterschiedliche Kompetenzen für ihren Erfolg wichtig waren und weshalb sie Wunderwunsch heute bewusst als eigenständige Marke positionieren.
Frau Rewel, Herr Lösche, heute erreicht Wunderwunsch Hunderttausende Kunden. Hatten Sie beim Start eine solche Entwicklung vor Augen?
Celina Rewel: Nein, definitiv nicht in dieser Größenordnung. Die Idee ist sehr organisch entstanden. Mein kleiner Bruder hatte damals Frühstücksbrettchen, die wir ehrlich gesagt nicht besonders schön fanden. Daraus kam irgendwann die Frage: Warum machen wir nicht selbst etwas, das uns besser gefällt und das zusätzlich personalisiert werden kann? Zu diesem Zeitpunkt haben wir nicht darüber gesprochen, irgendwann mehr als 50 Mitarbeiter zu beschäftigen.
Toni Lösche: Wir haben tatsächlich mit einem Laser für ungefähr 300 Euro im Ankleidezimmer angefangen. Das beschreibt die damalige Situation eigentlich ziemlich gut. Wir hatten eine Idee und wollten ausprobieren, ob sie funktioniert. Dass daraus einmal eine eigene Manufaktur und ein Unternehmen dieser Größenordnung entstehen würde, war damals nicht absehbar.
Sie kamen aus unterschiedlichen beruflichen Richtungen. War das rückblickend ein Vorteil?
Toni Lösche: Auf jeden Fall. Ich bin ausgebildeter Mechatroniker und hatte dadurch von Anfang an einen technischen Zugang. Gerade wenn man selbst produziert und mit verschiedenen Maschinen und Personalisierungsverfahren arbeitet, ist das natürlich hilfreich.
Celina Rewel: Bei mir lag der Schwerpunkt stärker im Online-Marketing. Für einen Onlinehandel ist es mindestens genauso wichtig, gute Produkte sichtbar zu machen und zu verstehen, wie Kunden online nach ihnen suchen und wie man eine Marke aufbaut. Diese unterschiedlichen Perspektiven haben sich von Beginn an gut ergänzt.
Wann haben Sie gemerkt, dass aus dem Experiment ein richtiges Unternehmen werden könnte?
Celina Rewel: Das war kein einzelner Moment. Es kamen immer mehr Bestellungen, gleichzeitig haben wir das Sortiment weiterentwickelt. Irgendwann merkt man dann, dass die bisherigen Abläufe nicht mehr ausreichen und man Strukturen schaffen muss.
Toni Lösche: Wachstum klingt von außen häufig so, als würde einfach nur die Zahl der Bestellungen steigen. Tatsächlich verändert sich aber fast alles. Man braucht mehr Produktionskapazität, andere Prozesse und zusätzliche Mitarbeiter. Gleichzeitig darf die Qualität nicht darunter leiden.
Heute beschäftigt Wunderwunsch mehr als 50 Mitarbeiter. Was verändert sich für Gründer, wenn ein Unternehmen diese Größe erreicht?
Toni Lösche: Man kann irgendwann nicht mehr überall selbst stehen und jede Aufgabe persönlich erledigen. Das ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Veränderungen. Am Anfang macht man fast alles selbst. Mit zunehmender Größe muss man Verantwortung abgeben und Strukturen schaffen, auf die man sich verlassen kann.
Celina Rewel: Gleichzeitig möchten wir uns bestimmte Dinge erhalten, die Wunderwunsch von Anfang an geprägt haben. Dazu gehört für uns die Liebe zum Detail. Nur weil ein Unternehmen größer wird, soll es nicht beliebiger werden. Das ist eine Herausforderung, aber auch ein wichtiger Teil unserer Entwicklung.
Mehr als 865.000 Menschen haben bereits bei Wunderwunsch bestellt. Was bedeutet Ihnen diese Zahl?
Celina Rewel: Wenn man die Zahl isoliert betrachtet, ist sie schon enorm. Für uns ist aber wichtig, was dahintersteht. Jede einzelne Bestellung ist für jemanden bestimmt. Häufig geht es um eine Geburt, einen Geburtstag, den Kita-Start oder einen anderen besonderen Anlass. Das macht unser Geschäft sehr emotional.
Toni Lösche: Gleichzeitig zeigt die Zahl natürlich, welche Entwicklung das Unternehmen genommen hat. Wenn man daneben den ersten Laser im Ankleidezimmer stellt, ist der Unterschied schon gewaltig.
Auf Etsy erreichte Wunderwunsch Platz 1 in Deutschland und gehört weltweit zu den Top 10. Welche Rolle spielte die Plattform für Ihre Entwicklung?
Celina Rewel: Etsy war für uns gerade in der Entwicklung sehr wichtig, weil Menschen dort gezielt nach individuellen und personalisierten Produkten suchen. Das passt natürlich sehr gut zu unserem Angebot.
Toni Lösche: Solche Platzierungen freuen uns enorm, aber sie sind für uns kein Grund, sich darauf auszuruhen. Plattformen können ein wichtiger Vertriebskanal sein. Gleichzeitig möchten wir Wunderwunsch als eigenständige Marke weiterentwickeln und nicht ausschließlich von einem einzelnen Marktplatz abhängig sein.

Auch bei Trusted Shops erreicht Wunderwunsch 4,9 von 5 Sternen. Wie wichtig ist Kundenfeedback für Sie?
Celina Rewel: Sehr wichtig. Gerade online können Kunden ein Produkt vor der Bestellung nicht in die Hand nehmen. Bewertungen schaffen deshalb Vertrauen. Gleichzeitig sehen wir dadurch sehr direkt, was gut funktioniert und an welchen Stellen wir noch besser werden können.
Toni Lösche: Bei personalisierten Produkten kommt hinzu, dass die Erwartungen besonders hoch sind. Der Kunde bestellt keinen anonymen Standardartikel, sondern etwas, das beispielsweise den Namen seines Kindes trägt und vielleicht verschenkt werden soll. Da muss das Ergebnis stimmen.
Wie verhindert man bei starkem Wachstum, zu einem austauschbaren Onlineshop zu werden?
Toni Lösche: Genau das ist für uns ein entscheidender Punkt. Unser Ziel ist es, Wunderwunsch wirklich als Marke zu etablieren und nicht einfach nur ein austauschbarer Shop zu sein.
Wir versuchen deshalb, viele Dinge selbst zu prägen. Wir haben eine eigene Designerin, die beispielsweise unsere handgezeichneten Aquarellmotive entwickelt. Dazu kommt unsere eigene Produktfotografie. Auch bei der Verpackung überlegen wir, welche Details zu Wunderwunsch passen.
Wie wichtig ist die eigene Manufaktur für diesen Markenanspruch?
Toni Lösche: Sie ist ein zentraler Bestandteil. Wir arbeiten mit verschiedenen Verfahren wie Laser, UV-Druck, Stickerei und Sublimation. Dadurch können wir je nach Produkt und Material unterschiedliche Möglichkeiten der Personalisierung einsetzen.
Celina Rewel: Gleichzeitig können Gestaltung und Produktion enger zusammenspielen. Unsere Designerin entwickelt Motive für Wunderwunsch, und anschließend müssen wir überlegen, wie diese auf unterschiedlichen Produkten am besten umgesetzt werden können. Das gehört für uns zusammen.
Was war aus Ihrer Sicht eine der wichtigsten unternehmerischen Erkenntnisse der vergangenen Jahre?
Celina Rewel: Dass man sich weiterentwickeln muss, ohne den Kern der eigenen Idee zu verlieren. Natürlich verändern sich Produkte, Prozesse und das Unternehmen selbst. Aber man sollte immer wissen, warum Kunden ursprünglich auf die eigene Marke aufmerksam geworden sind.
Toni Lösche: Wachstum bedeutet für uns nicht einfach, immer mehr Produkte anzubieten. Entscheidend ist, dass wir Strukturen aufbauen, mit denen Wunderwunsch größer werden kann, ohne dabei seine eigene Handschrift zu verlieren.
Welche Rolle spielt das Sortiment bei der weiteren Entwicklung?
Toni Lösche: Eine große. Wir haben inzwischen eine sehr breite Auswahl und verbinden eigene Produkte mit Artikeln bekannter Marken, die wir personalisieren. Dazu gehören beispielsweise Produkte von Mepal, Tonies, Little Dutch oder Trixie.
Celina Rewel: Gleichzeitig wollen wir nicht einfach Produkte aufnehmen, nur um das Sortiment größer erscheinen zu lassen. Sie müssen zu unseren Kunden und zur Marke passen. Besonders wichtig sind für uns aktuell beispielsweise Erinnerungskisten, Nachtlichter, Kita-Rucksäcke, Brotdosen und unsere Stapelwelt-Produkte.
Was möchten Sie mit Wunderwunsch in den kommenden Jahren erreichen?
Celina Rewel: Wir möchten die Marke weiter stärken und noch mehr Familien mit unseren Produkten erreichen. Dabei soll Wunderwunsch weiterhin für persönliche Produkte stehen, bei denen Gestaltung und Details eine wichtige Rolle spielen.
Toni Lösche: Und wir möchten uns die Bereitschaft erhalten, Dinge auszuprobieren. Genau damit hat schließlich alles angefangen. Nur sind die Möglichkeiten heute natürlich ganz andere als mit unserem ersten Laser im Ankleidezimmer.
Aus einer kleinen Produktidee ist damit innerhalb weniger Jahre ein Unternehmen mit eigener Manufaktur und mehr als 50 Mitarbeitern entstanden. Für Celina Rewel und Toni Lösche besteht die nächste Herausforderung nicht mehr darin, herauszufinden, ob ihre Idee funktioniert. Vielmehr geht es darum, das Wachstum von Wunderwunsch mit einer klaren Markenidentität zu verbinden.
Wer die Entwicklung von Wunderwunsch weiterverfolgen oder die Produkte hinter der Erfolgsgeschichte kennenlernen möchte, kann das Sortiment des Unternehmens entdecken – von den ersten personalisierten Alltagsprodukten bis zu den heutigen Geschenk- und Produktwelten für Babys und Kinder.